Kategorie-Archiv: Allgemein

Wie bereite ich mich auf das Training vor

Leitfaden: Wie bereite ich mich auf den Tanzkurs vor?

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Die Kurzform

  • -»Innere Haltung „Baby“! Innere Haltung!« Lächeln bis über beide Ohren, hilft beim selbstständigen „warm up“
  • Aktiviere den Tänzer, respektive die Tänzerin in dir.
  • Aktiviere deine gute Laune, deine Offenheit, deine Ausprobier -und Lernfreude.

Die Langform

  • Sei zeitig da.
  • Bereite selbstständig deinen Körper mit einer Erwärmung vor.
  • Lass mit der Straßenkleidung auch den Alltag im Umkleideraum. Zieh dich sozusagen auch innerlich um.
  • Tanze immer voll aus. Sich austanzen heißt, dass man an die vermutliche Leistungsgrenze herangehen muss, um sie erweitern zu können.
  • »Repetition – Repetition«! Bitte vergesst nicht: die Wiederholungen einzelner Bewegungssequenzen stellt, die Grundlage und das »A und O« eines erfolgreichen Trainings, dar. Oft schweift dabei die Aufmerksamkeit ab und der Lustpegel sinkt. Sorry, aber nur so geht es vorwärts. Versuche also jede Wiederholung zu genießen und mit jeder Wiederholung besser und besser zu werden.
  • Probieren geht über Studieren. Lerne auch „mit dem Körper zu denken“.
  • Vergleiche deine Leistung mit den Leistungen deiner Mittänzer. Aber: vergiss nicht jeder startet von seinem ihm eigenen persönlichen Punkt aus. Übe dich in Disziplin.
  • Der Körper braucht die Bewegung, auch wenn die schlechte Laune manchmal dagegen spricht. Durch eine gute Trainingsstunde werden Müdigkeit und innere Unausgeglichenheit beseitigt.
  • Wer Tanzen will, darf keine Angst davor haben, Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Häufig geht es im Tanzen darum zu entdecken: wer man sein könnte und nicht darum wer man (gewohnheitsmäßig) glaubt zu sein.

Ein Mirakel: Wie überhaupt ein Theaterstück entsteht.

Eine Geschichte über die Überwindung von Hindernissen.

Ganz ehrlich, ich hatte doch so meine Befürchtungen, dass das erarbeiten eines Stückes für die Theaterbühne, einem berauschenden Balanceakt, auf einem Drahtseil mit unberechenbaren Windverhältnissen, gleichkommt. Eine Bestätigung dieser persönlichen Erfahrung, habe ich auf humorvolle Art und Weise bei der Lektüre von Karel Čapek gefunden. Diesen Genuß und Leseempfehlung möchte ich euch nicht vorenthalten. Darum findet ihr nachfolgend einen pointierten, liebenswert karikierten sowie lesenswerten Auszug aus: »Wie ein Theaterstück entsteht« von Karel Čapek (Verlag Volk und Welt Berlin; 1975).
„Diese belehrende Schrift möchte den Autoren, dem Publikum und nicht zuletzt auch der Kritik dartun, wie ein Theaterstück entsteht und welche Metamorphosen es durchzumachen hat, bis es in aller Pracht und Herrlichkeit seiner Premiere ausschlüpft. Wir wollen nicht betrügerisch vorgeben, daß wir etwas vom Theater verstünden; Faktum ist, daß keiner etwas vom Theater versteht, weder die auf den Brettern Ergrauten noch die ältesten Direktoren, ja selbst die Referenten nicht. Mein Gott, wenn der Dramaturg wissen könnte, ob ein Stück einschlagen wird! Wenn der Direktor voraussehen könnte, ob er Kasse macht! Wenn dem Schauspieler schon vorher ein Zeichen bedeuten würde, daß er Erfolg haben wird – dann, ja dann ließe sich Theater ebenso gelassen und rechtschaffen machen, wie man das Tischlerhandwerk oder die Seifensiederei betreibt. Das Theater ist jedoch eine Kunst wie das Kriegführen und ein Glücksspiel wie das Roulett; man weiß im voraus nie, wie es ausgeht. Nicht nur bei der Premiere, sondern Abend für Abend ist es ein pures Wunder, daß überhaupt gespielt wird, und wenn doch gespielt wird, daß das Spiel bis zu Ende geht; ein Theaterstück entsteht nicht durch Verwirklichung eines Planes, sondern durch ständiges Überwinden unzähliger und unerwarteter Hindernisse. Jeden Augenblick kann ein Seil in der Dekoration und ein Nerv in einem spielenden Menschen reißen; zwar reißt im allgemeinen nichts, aber trotzdem ist die Situation desolat, sie kann gar nicht anders sein. …. …; im Theater ist alles möglich, es ist eine Stätte der Wunder. Das größte Wunder allerdings ist, daß es überhaupt vonstatten geht. Wenn sich abends um halb acht der Vorhang hebt, dann seien Sie sich bewußt, daß das ein glücklicher Zufall, ja ein Mirakel ist.“
Wer jetzt nicht so recht weiß, in welche Sparte: »Berühmter Menschen« oder »Bestsellerautoren« er oder sie Karel Čapek einzuordnen hat, nur keine Unruhe, ich wüsste es ebenso nicht, könnte ich nicht auf die Bücher meines Vaters zurückgreifen. Tiefe Dankbarkeit gebührt, an dieser Stelle dann auch, meinem Papa. Der mir im Vertrauen – dass diese bei mir nicht vollends Einstauben – seine Bücher, genauer einen Teil seiner Bibliothek als Dauerleihgabe zu Verfügung gestellt hat. So komme ich von Zeit zu Zeit in den Genuß – nicht nur künstlerisch gestalteter Einbände und im Regal zur Schau gestellter Belesenheit – mehr denn je lerne ich zu schätzen, wie Inspiration und Impression aufs Gemüt wirken können, wenn man ihnen die Gelegenheit dafür gibt.
Den Nachtrag wohin man den Autor Karel Čapek (1890 – 1938 | mehr unter [wikipedia]) literaturgeschichtlich Eingliedern könnte – wenn man sich nicht nur einfach so inspirieren lassen möchte -, möchte ich nicht schuldig bleiben. Als Dramaturg und Regisseur machte er sich ebenso einen verdienten und beachteten Namen, wie als vielseitiger Schriftsteller von Dramen, Utopien, Märchen, »noetischen« Romanen, Satieren, Erzählungen und viel lesenswertes mehr.

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